Kulinarik
Selbstgemachter Himbeer-Essig hat nichts von seinem Jahrtausende alten Charakter verloren - das Aroma reifer Himbeeren und die klare Säure des Essigs schenken uns noch heute einen besonderen Genuss, der auch als Geschenk aus der Küche immer wieder beliebt ist.
Wie die Himbeere zu ihrem Namen kam
Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb die Himbeere im 1. Jahrhundert n. Chr. in seinem Werk Naturalis Historia als geschätztes Dessertobst und verwies auf ihr natürliches Vorkommen am Berg Ida. Der botanische Name Rubus idaeus leitet sich von diesem Berg ab, der sich auf der Insel Kreta befindet. Einer griechischen Legende zufolge pflückte die Nymphe Ida die Beeren für den weinenden Göttervater Zeus. Dabei verletzte sie sich an den Dornen, und ihr Blut färbte die ursprünglich weißen Früchte dauerhaft rot.
Von der Frucht zum haltbaren Genuss
Die Himbeere gehört zu den ältesten bekannten Obstpflanzen Europas und spielte in der Antike eine wichtige Rolle: Sowohl die alten Griechen als auch die Römer nutzten die Früchte nicht nur als schmackhaftes Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze. Auch Fruchtessig blickt auf eine mehr als 5000-jährige Geschichte zurück. Seine Entdeckung geht vermutlich darauf zurück, dass man erkannte, wie aus sauer gewordenem Wein und vergorenen Früchten ein haltbares Produkt mit würzenden Eigenschaften entsteht.
Wenn sich die frische Säure von Essig mit der weichen Frucht der Himbeere verbindet, entsteht ein Geschmack, der zugleich klar und lebendig wirkt. Die Himbeere bringt ihre feine Süße und Farbe ein, während der Essig Struktur und Haltbarkeit gibt. Wenn du darauf achtest, beide ruhig miteinander arbeiten zu lassen, entwickelt sich ein Aroma, das sich vielseitig in der Küche einsetzen lässt.
Meine eigenen Delikatessen-Rezepte mit Thymian
Das nehme ich für 1 Portion Himbeer-Essig
100 g gefrorene Himbeeren ~ 200 ml Weißwein-Essig ~ 50 g Zucker ~ 2 TL Thymian ~ 2 EL Honig ~ und ein kleines Lächeln ~ denn: Lächle – und die Welt lächelt zurück!
So entsteht mein Gericht
[1] Zucker und Thymian in einer Schüssel vermengen, sodass sich das Aroma bereits leicht verbindet. [2] Die gefrorenen Himbeeren abwechselnd mit Thymian-Zucker und Honig in ein sterilisiertes verschließbares Glas geben. Achte auf saubere, möglichst sterilisierte Gefäße – so bleibt der Essig länger haltbar. Anschließend den Weißwein-Essig darüber gießen. Beim langsamen Auftauen geben die Früchte Saft und Farbe ab. Hier entsteht die Grundlage des späteren Aromas, weil sich Frucht, Süße und Säure bereits verbinden. [3] Das Glas verschließen und den Essig etwa zwei Wochen an einem hellen Ort ziehen lassen. Zweimal täglich sanft umrühren, sodass die Himbeeren stets vom Essig umhüllt sind und ihre Farbstoffe gleichmäßig abgeben. Achte darauf, das Glas nicht direkter Hitze auszusetzen – so bleibt das Aroma klar. [4] Den Essig zunächst durch ein feines Sieb abseihen, um die Kerne zu entfernen. Wenn Du einen klaren Essig erhalten möchtest, anschließend durch ein Mulltuch filtern, dabei leicht ausdrücken und … Guten Appetit!
So kannst Du mein Gericht abwandeln
Wie wäre es mit einem Balsamico-Glace? Der Balsamico-Glace ist konzentrierter Balsamico – dichter, runder und oft leicht süßlich, gedacht eher zum Veredeln als zum Würzen. Vielleicht kennst du das: Wenn Balsamico langsam einkocht, verändert sich sein Charakter spürbar. Die Säure tritt zurück, während Süße und Tiefe deutlicher werden. In Verbindung mit der Himbeere entsteht so eine Zubereitung, die zwischen Frucht und Würze steht.
Das nehme ich für 1 Portion Himbeer-Balsamico-Glace
100 g gefrorene Himbeeren ~ 200 ml Balsamico-Essig ~ 50 g Zucker ~ 2 TL Thymian ~ 2 EL Honig ~ und ein kleines Lächeln ~ denn: Lächle – und die Welt lächelt zurück!
So entsteht mein Gericht
[1] Himbeeren, Balsamessig, Zucker und Thymian in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen, bis sich der Zucker auflöst und die Früchte beginnen, Saft abzugeben. [2] Die Mischung kurz aufkochen lassen. Dabei entstehen Essigdämpfe, immer das Fenster öffnen. [3] Die Hitze reduzieren und die Flüssigkeit etwa 90 min sanft köcheln lassen. Hier entsteht die Grundlage des Balsamicos, weil sich Säure, Frucht und Süße miteinander verbinden. Immer wieder umrühren, damit nichts ansetzt und sich die Aromen gleichmäßig entwickeln. Es darf leicht eindicken, aber nicht stark kochen. Achte darauf, die Temperatur ruhig zu halten – so bleibt der Geschmack klar und wird nicht bitter. [4] Sobald ein Tropfen auf einem Teller fest bleibt, ist die gewünschte Konsistenz erreicht. Den Topf vom Herd ziehen und den Honig im warmen, nicht mehr kochenden Balsamico unterrühren, damit seine feinen Aromen erhalten bleiben, dann ich ein sauberes, möglichst sterilisiertes Gefäß umfüllen – so bleibt der Balsamico länger haltbar und … Guten Appetit!
Wie Kräuter wirken
Essig als Aromaträger für Kräuter
Essig ist mehr als nur Säure. Er wirkt wie ein feines Lösungsmittel für pflanzliche Aromastoffe. Besonders wasserlösliche und teilweise fettlösliche Bestandteile können sich im Essig verteilen. Bei Kräutern wie Thymian bedeutet das: Die Struktur der Blätter wird durch die Säure leicht geöffnet. So können die enthaltenen Öle langsam austreten. Dieser Prozess braucht Zeit, weshalb ein sanftes Ausziehen der Aromen durch stehenlassen oft intensivere und klarere Ergebnisse liefert als schnelles Erhitzen. Achte darauf, dass die Kräuter vollständig vom Essig bedeckt sind. Nur so kann sich das Aroma gleichmäßig entwickeln und stabil bleiben.
Hinweis: Qualität und Verträglichkeit der Zutaten beeinflussen das Ergebnis – wähle sie bewusst entsprechend Deiner persönlichen Verträglichkeit aus.
Du möchtest mehr über Thymian erfahren? - Gerne kannst Du mich anschreiben, dann kann ich Dir sagen, wo und wann ich wieder einen Workshop gebe.
Dazu eine Essig-Empfehlung von:
Kontor-der-Lydia ~ www.kontor-der-lydia.de

Der Riesling-Weinessig aus Rheinhessen
Mich erinnert der Riesling-Weinessig mit seinem frischen, spritzigen Geschmack und dem Duft von Weinbergpfirsichen an die Zeit der Abenteuer, des Stürmen und Drängens, eben die Jugend, weshalb er bei mir nur der „Junge Essig“ heißt. Mein „junger“ Riesling-Weinessig stammt von einem kleinen familiengeführten Essig- und Weingut mit biologischer Landwirtschaft in der dritten Generation aus Rheinhessen. Die Region, bekannt für ihre fruchtbaren Böden und das milde Klima, bietet ideale Bedingungen für den Anbau von Wein und Obst wie den Trauben, die für die Herstellung der Essige genutzt werden. 1988 wurde hier der erste Essig im alten Orleanverfahren hergestellt, seit 1992 lagert dort wunderbarer Balsamico zum Reifen im Holzfass. Unter Jan, dem jüngsten Spross, der bei der Produktqualität keine Abstriche zulässt, wurde das Essig- und Weingut vom Gault&Millau zu den besten Erzeugern Deutschlands gekürt.
Ich liebe diesen Essig als Grundlage für meine selbst zubereiteten Rezepte wie das traditionellen Heilmittel Oxymel, einer Essig-Honig-Mischung für die Gesundheit, im Shrub als Sirup-Grundlage für Fruchtgetränke oder Limonaden und natürlich für den klassischen, selbstgemachten Kräuter-Essig.
Denke daran: Ich erstelle und teste meine Rezepte mit viel Liebe und Sorgfalt, damit du sie nachkochen kannst. Aber ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass sie dir genauso gelingen, Jede Küche ist anders, deshalb sind alle Angaben nur Richtwerte, du kochst auf eigene Verantwortung. Bitte achte selbst auf Allergien, Unverträglichkeiten und einen hygienischen Umgang mit Lebensmitteln (vor allem bei Fleisch, Fisch & Eiern). Und: Dies ist keine Ernährungs- oder Gesundheitsberatung. Weitere Informationen findest Du auf meiner Homepage www.kontor-der-lydia.de bei den Rezepten im Haftungsausschluss.