Ich liebe selbst hergestellte Rosmarin-Seife - der Duft ist frisch, die eingearbeiteten Rosmarin-Nadeln vermitteln ein sanftes Peeling-Gefühl und als kleines Mitbringsel ist sie bei meinen Freundinnen immer willkommen.
Wissenswertes
Rosmarin-Seife ~ Duft, Struktur und Hautgefühl
Mit ein wenig Kreativität und Geduld entsteht Deine selbstgemachte Rosmarin-Seife. Sie vereint natürliche Inhaltsstoffe mit einem angenehm frischen Duft und kann dazu beitragen, Deine Haut sanft zu reinigen und gepflegt erscheinen zu lassen. Auch beanspruchte oder trockene Haut fühlt sich nach der Anwendung geschmeidiger an. Ein zusätzlicher Vorteil: Die eingearbeiteten Rosmarin-Nadeln sorgen für einen dezenten Peeling-Effekt und ein angenehmes Massagegefühl. Dank des enthaltenen Glycerins bleibt die Haut weich und geschmeidig.
Das Geheimnis der Seifenherstellung
Bereits auf einer Tontafel der Sumerer, die etwa 4.500 Jahre alt ist, finden wir eine Rezeptur zum Kochen einer seifenähnlichen Paste. Die Asche von Pflanzen wurde in Wasser gelöst und mit Öl oder Fett aufgekocht - diese Mischung setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab. Um 600 vor Christus mischten die Ägypter die Paste mit Soda, einem Mineral, das z.B. bei der Verbrennung salzhaltiger Pflanzen entsteht und die reinigende Kraft der Seife erhöht. Auch die Kelten stellten eine seifenähnliche Substanz her, allerdings aus tierischen Fetten und Asche. Erst die Araber konnten ab dem 7. Jahrhundert haltbare Seife produzieren.
Mein eigenes Seifen-Rezept mit Rosmarin
Das nehme ich für 1 Anwendung
Rosmarin-Tee mit 1 TL Rosmarin-Nadeln ~ 1 Seife „Oliven-Traum“ ~ 1 TL Rosmarin (Salvia rosmarinus) ~ 1 EL Mandel-Öl ~ einige Tropfen ätherisches Rosmarin-Öl ~ und ein kleines Lächeln, denn: Lächle – und die Welt lächelt zurück!
So entsteht meine Anwendung
[1] Rosmarin-Tee zubereiten, dafür 1 TL Rosmarin-Nadeln mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen und etwa 10 min zugedeckt ziehen lassen. Beim Aufgießen gehen Duft- und Aromastoffe in den Tee über. Da sie leicht flüchtig sind, sollte der Tee stets abgedeckt werden, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben. [2] Rosmarin-Nadeln im Mörser zerkleinern. [3] Die Seife grob zerkleinern und im Wasserbad langsam schmelzen. Hier entsteht die Grundlage der Seife: Durch das Erwärmen wird die feste Seifenstruktur weich, sodass sich pflanzliche Bestandteile und das ätherische Öl gleichmäßig einarbeiten lassen. [4] Die gemörserten Rosmarin-Nadeln mit 3 EL Rosmarin-Tee und dem Mandel-Öl unter die flüssige Seifenmasse rühren. Zügig arbeiten, da die Masse schnell wieder fest werden kann. [5] Zum Schluss die Mischung bei Bedarf noch einmal kurz erwärmen, bis sie gut formbar ist, dann einige Tropfen ätherisches Rosmarin-Öl einarbeiten. [6] Die Seifenmasse entweder mit den Händen zu Kugeln formen oder in eine geeignete Seifenform füllen. [7] Die Seife vollständig auskühlen und aushärten lassen und … genieße den Moment!
Mein Tipp
Handgemachte Rosmarin-Seife überzeugt nicht nur durch ihre natürliche Optik. Die ätherischen Öle des Rosmarins verleihen ihr den charakteristischen würzig-aromatischen Duft, der seit Jahrhunderten in der Körperpflege geschätzt wird. Sie ist schnell hergestellt und damit ein persönliches Mitbringsel für Freunde, Nachbarn, Familie oder Deinen Lieblingsmenschen.
Ich verwende für dieses Rezept gerne meine eigene Seife, da sie besonders pflegend ist. Je nach Rezeptur lässt sich Naturseife jedoch nicht immer leicht einschmelzen oder formen. Wenn Du dekorative Seifenformen herstellen möchtest, eignet sich eine Glycerinseifenbasis oft besser. Sie wird beim Erwärmen weich und lässt sich unkompliziert in Formen gießen oder zu kleinen Seifenstücken verarbeiten.
Hinweis: Qualität und Verträglichkeit der Zutaten beeinflussen das Ergebnis – wähle sie bewusst entsprechend Deiner persönlichen Verträglichkeit aus. Vor der ersten Anwendung auf Verträglichkeit testen. Ätherisches Rosmarin-Öl nur sparsam verwenden. Bei guter Verträglichkeit eignet sich die Rosmarin-Seife für viele Hauttypen.
Wie Kräuter wirken
Wie Rosmarin-Seife wirkt
Die Reinigungswirkung von Seife beruht auf der Struktur der Seifenmoleküle. Seifenmoleküle besitzen einen „Kopf“ (hydrophil = wasserlöslich), der Wasser liebt, und einen „Schwanz“ (lipophil = fettlöslich), der Wasser nicht mag. Wird Seife mit Wasser gemischt, entstehen sogenannte Mizellen: Der „Kopf“ zieht Wasser an, am „Schwanz“ haftet der „fettige“ Schmutz wie Hautfette und Schmutzpartikel. Dadurch können Schmutz oder Krankheitserreger von Oberflächen wie der Haut gelöst und mit Wasser abgewaschen werden.
Die Wirkung der Seife wird durch die pflanzlichen Bestandteile ergänzt. Rosmarin enthält ätherische Öle, die vor allem aus Monoterpenen wie Cineol und Kampfer bestehen. Diese Stoffe sind leicht flüchtig, werden bei der Anwendung durch Wärme, Reibung und Feuchtigkeit freigesetzt und können so ihre Wirkung auf der Haut entfalten.
Für die Qualität der Anwendung ist die Seifenbasis entscheidend. Achte darauf, als Basis eine gute Seife mit natürlichen Inhaltsstoffen zu nehmen, ohne synthetische Duftstoffe, Parabene, Silikone oder Mikroplastik - am besten eine Seife mit Oliven-Öl. Öle wie Oliven-Öl enthalten Fettsäuren, welche die Eigenschaften der Seife, etwa Schaumbildung, Reinigungswirkung und das Hautgefühl nach der Anwendung beeinflussen. Für selbstgemachte Seifen eignen sich getrocknete Rosmarin-Nadeln besser als frische. Sie enthalten weniger pflanzliches Wasser als frische Nadeln und verbessern die Haltbarkeit der Seife.
Du möchtest mehr über Rosmarin erfahren? - Gerne kannst Du mich anschreiben, dann kann ich Dir sagen, wo und wann ich wieder einen Workshop gebe.
Auf www.kontor-der-lydia.de findest Du viele weitere Inspirationen.
Denke daran: Bitte gehe achtsam mit dir selbst und den verwendeten Materialien um. Verwende außerdem nur Pflanzen und Materialien, die du sicher bestimmen und einschätzen kannst. Probiere Neues zunächst vorsichtig aus, denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf natürliche Inhaltsstoffe. Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine fachliche Beratung, die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung. Weitere Informationen findest Du auf meiner Website im Haftungsausschluss.