PFEFFERMINZE ~ Erfrischende Gesichtskompresse mit Pfefferminze

PFEFFERMINZE  ~  Erfrischende Gesichtskompresse mit Pfefferminze

Kennst Du das auch? Nach einem langen Tag am Computer fühlen sich die Augen müde an und der Kopf sehnt sich nach einer Pause. Dann nimm Dir eine Auszeit mit einer erfrischenden Gesichtskompresse aus Pfefferminze – für eine kühlende Kräuter-Kompresse gibt es kaum eine passendere Pflanze.

Wissenswertes

Wenn Augen und Kopf eine Pause brauchen
Ein langer Tag am Bildschirm fordert meine Aufmerksamkeit. Irgendwann werden meine Augen müde, die Konzentration lässt nach und auch mein Rücken erinnert mich daran, dass ich schon viel zu lange in derselben Haltung sitze. Durch das ständige Fokussieren auf den Monitor blinzle ich seltener, bewege mich weniger und verarbeite gleichzeitig eine große Menge an Informationen. Dabei steigt im Gehirn die Konzentration des Botenstoffes Adenosin, der am Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist und meinem Körper signalisiert, dass es Zeit für eine Pause ist. Aber gerade dann ist natürlich noch diese eine E-Mail zu beantworten, ein Text fertigzustellen oder etwas nachzuschauen – und aus der geplanten kleinen Pause wird wieder nichts. Kein Wunder also, dass ich mich irgendwann müde und erschöpft fühle und mich nach einer kleinen Auszeit sehne.

Kleine Auszeit mit Pfefferminze
Und dann steht da häufig noch das Glas Wasser, das ich mir morgens hingestellt und irgendwann einfach vergessen habe. Auch ausreichendes Trinken gehört deshalb für mich zu einer kleinen Bildschirm-Pause dazu. Ein Flüssigkeitsmangel kann Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, denn Gehirn und Kreislauf sind auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung angewiesen. Ein guter Grund, mir zwischendurch ein Glas kalten Pfefferminz-Tee zu gönnen. Ich bereite mir dafür gerne gleich eine größere Kanne zu, lasse den Tee abkühlen und genieße ihn mit frischem Zitronensaft, etwas Honig und Eiswürfeln. Ein Glas davon stelle ich zusätzlich in den Kühlschrank. So habe ich jederzeit die Grundlage für eine kühle Kompresse zur Hand, die ich für ein paar Minuten auf Stirn oder Nacken legen kann. Manchmal brauche ich eben keine lange Pause. Ein kaltes Getränk, der frische Duft der Pfefferminze und ein paar Minuten ohne Bildschirm reichen mir manchmal schon, um den Arbeitstag für einen Moment zu unterbrechen.

Mein eigenes Kompressen-Rezept mit Pfefferminze

Das nehme ich für 1 Anwendung
200 ml Wasser  ~  1 EL getrocknete Pfefferminze (Mentha × piperita)  ~  einige Eiswürfel  ~  1 weiches Baumwolltuch  ~  und ein kleines Lächeln, denn:  Lächle – und die Welt lächelt zurück!

So entsteht meine Anwendung
[1]  Die Pfefferminze mit dem heißen Wasser übergießen und etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Beim Aufgießen gehen wasserlösliche Pflanzenstoffe sowie ein Teil der Duft- und Aromastoffe in das Kräuterwasser über. Da flüchtige Bestandteile des ätherischen Öls beim Aufgießen entweichen können, sollte der Aufguss während der Ziehzeit abgedeckt bleiben, damit möglichst wenig davon mit dem Wasserdampf entweicht.  [2]  Den Aufguss durch ein feines Sieb filtern und vollständig abkühlen lassen.  [3]  Den abgekühlten Aufguss zusammen mit einigen Eiswürfeln in eine Schüssel geben.  Hier entsteht die Grundlage der Kompresse: Das kalte Kräuterwasser nimmt die wasserlöslichen Pflanzenstoffe sowie geringe Mengen flüchtiger Bestandteile aus dem ätherischen Öl der Pfefferminze auf. Zusammen mit den Eiswürfeln entsteht eine angenehm kühle Anwendung, die den charakteristischen Frischeeindruck der Pfefferminze besonders gut zur Geltung bringt.  [4]  Das Baumwolltuch in den kalten Aufguss tauchen und leicht ausdrücken.  [5]  Die Kompresse auf die Stirn und Schläfen legen und etwa 5 bis 10 Minuten wirken lassen. Dabei die Augen schließen, langsam und intensiv ein- und ausatmen und bewusst entspannen.  [6]  Anschließend die Haut an der Luft trocknen lassen und … genieße den Moment!

So kannst Du meine Anwendung abwandeln
Alternativ kannst Du die Kompresse auch während des Sitzens oder Lesens in den Nacken legen. Die kühle Anwendung und der frische Duft der Pfefferminze machen sie besonders an warmen Tagen zu einer wohltuenden Erfrischung.

Mein Tipp
Für eine Kompresse mit getrockneter Pfefferminze bereite ich den Aufguss gerne schon einige Stunden vorher zu und stelle ihn nach dem vollständigen Abkühlen in den Kühlschrank. So ist er griffbereit, wenn ich während eines langen Tages am Bildschirm eine kleine Auszeit brauche.  ~  Für die Anwendung immer ein frisch gewaschenes, weiches Baumwolltuch verwenden.  ~  Achte darauf, die Kompresse nicht auf dieAugen zu legen, da das Menthol der Pfefferminze reizen kann.

Pfefferminze für dieses Rezept
Für diese Kompresse eignen sich besonders gut schonend getrocknete Pfefferminz-Blätter. Sie lassen sich zuverlässig dosieren.

Hinweis: Qualität und Verträglichkeit der Zutaten beeinflussen das Ergebnis – wähle sie bewusst entsprechend Deiner persönlichen Verträglichkeit aus. Pfefferminze enthält ätherische Öle mit einem hohen Anteil an Menthol. Diese können insbesondere in Augennähe einen ausgeprägten Frischeeindruck hervorrufen, aber bei empfindlichen Personen reizend wirken. Vor der ersten Anwendung empfiehlt es sich, die Verträglichkeit zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen. Bei unerwünschten Reaktionen wie starkem Kribbeln oder bei beginnendem Unbehagen die Kompresse sofort entfernen.

Wie Kräuter wirken

Warum fühlt sich Pfefferminze kühl an, obwohl sie die Hauttemperatur nicht senkt?
Wenn ich eine kalte Pfefferminz-Kompresse auf Stirn und Schläfen lege, treffen zwei ganz unterschiedliche Arten von Kälte aufeinander. Das kalte Kräuter-Wasser kühlt die Haut tatsächlich, während die Pfefferminze zusätzlich einen Frischeeindruck hervorruft, für den vor allem das Menthol verantwortlich ist. Doch wie kann ein Pflanzenstoff Kälte vermitteln, ohne der Haut selbst Wärme zu entziehen?
Woher der kühlende Eindruck der Pfefferminze kommt:  Die Blätter der Pfefferminze (Mentha × piperita) sind mit zahlreichen Drüsenhaaren besetzt, in denen die Pflanze ihr ätherisches Öl bildet und speichert. Zu seinen charakteristischen Bestandteilen gehört Menthol. Kommt Menthol mit der Haut in Kontakt, geschieht etwas Besonderes: Es muss die Haut nicht tatsächlich abkühlen, damit man Kälte wahrnimmt. Stattdessen beeinflusst es bestimmte Sinneszellen, mit denen der Körper unter anderem niedrige Temperaturen registriert.
Wie Menthol den Kältesinn beeinflusst:  Eine wichtige Rolle spielt dabei der sogenannte TRPM8-Rezeptor oder einfacher der Kälte-Rezeptor. Dieser temperaturabhängige Ionenkanal befindet sich an sensorischen Nervenendigungen und wird unter anderem durch niedrige Temperaturen aktiviert. Aber auch Menthol kann die Kälte-Rezeptoren aktivieren. Daraufhin entstehen Nervensignale, die an das Gehirn weitergeleitet und dort als Kältereiz verarbeitet werden. Menthol entzieht der Haut dabei nicht zwangsläufig Wärme – trotzdem entsteht der charakteristische kühlende Sinneseindruck. Genau darin liegt eine der faszinierendsten Eigenschaften der Pfefferminze: Sie verändert nicht unbedingt die Temperatur, sondern die Wahrnehmung davon.
Wenn tatsächliche und wahrgenommene Kälte zusammentreffen:  Bei einer Pfefferminz-Kompresse kommen beide Vorgänge zusammen. Der kalte Aufguss und die Eiswürfel kühlen das Baumwolltuch tatsächlich ab. Legt man die Kompresse auf die Haut, kann das kalte Tuch Wärme von der Hautoberfläche aufnehmen. Gleichzeitig kommt die Haut mit Bestandteilen der Pfefferminze in Kontakt. Das Menthol kann über die TRPM8-Rezeptoren einen zusätzlichen Kältereiz auslösen. Tatsächliche Abkühlung und sensorische Kältewahrnehmung haben also unterschiedliche Ursachen, werden aber gleichzeitig als Frische wahrgenommen.
Pfefferminze lässt sich also nicht allein in Grad Celsius messen  – ein Teil davon entsteht erst in unserer Wahrnehmung.

Du möchtest mehr über Pfefferminze erfahren? - Gerne kannst Du mich anschreiben, dann kann ich Dir sagen, wo und wann ich wieder einen Workshop gebe. 

Denke daran: Ich entwickle und erprobe meine Anwendungen mit viel Liebe und Sorgfalt, damit Du sie selbst ausprobieren kannst. Trotzdem kann ich keine Garantie dafür übernehmen, dass sie bei Dir zum gleichen Ergebnis führen. Bitte gehe achtsam mit Dir selbst und den verwendeten Materialien um. Verwende außerdem nur Pflanzen und Materialien, die Du sicher bestimmen und einschätzen kannst. Probiere Neues zunächst vorsichtig aus, denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf natürliche Inhaltsstoffe. Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine fachliche Beratung. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung. Weitere Informationen findest Du auf meiner Homepage bei den Rezepten im Haftungsausschluss.