Es sind nicht immer die großen Reisen, die uns dorthin führen, wo die Zitronen blüh’n. Manchmal genügt ein Duft, ein warmer Hauch auf der Haut und wir können träumen – von den sanften Hügeln der Toskana und Rosmarin, der am Wegesrand wächst.…
Wissenswertes
Eine Erinnerung an das Land, in dem die Zitronen blüh’n
Du bist müde und abgespannt? Du träumst von dem Land, in dem die Zitronen blüh’n? Du möchtest Dir etwas Gutes tun? Dann gönne Dir ein Rosmarin-Honig-Peeling und denk an Goethe: „Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen, und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“ Zu Goethes Zeit war die Zitrone in der europäischen Schönheitspflege ein Duftsymbol des Südens. Das Kosmetikbuch The Toilet of Flora von Pierre-Joseph Buc’hoz, erschienen 1779 in London, ist eine Sammlung von Bädern, Duftwässern, Pomaden und Kosmetika zur Hautpflege. Es empfiehlt unter anderem den Saft einer mit Kandiszucker gefüllten und in heißer Asche gerösteten Zitrone zur Reinigung des Gesichts. Auch das Rezept Venetian Water to clear a Sun-burnt Complexion verwendet unter anderem acht Zitronen und vier Bitterorangen.
Goethe fragt nach der Gestalt der Blüte ~ Sprengel fragt nach ihrer Beziehung zum Insekt
Goethe beschäftigte sich schon vor seiner Italienreise mit Botanik, doch die Reise von 1786 bis 1788 wurde für seine Pflanzenlehre entscheidend. Am 17. April 1787 ging er in Palermo in den öffentlichen Garten. Die Pflanzen, die er nördlich der Alpen meist nur in Töpfen und hinter Glas gesehen hatte, wachsen dort im Freien. Hier entsteht seine Frage nach einem gemeinsamen Bauplan: „Woran würde ich sonst erkennen, daß dieses oder jenes Gebilde eine Pflanze sei, wenn sie nicht alle nach einem Muster gebildet wären?“ In Padua und später in Sizilien verglich er unterschiedliche Pflanzenformen und suchte nach einem gemeinsamen Grundprinzip. Für Goethe waren Laubblatt, Kelchblatt, Blütenblatt, Staubblatt und schließlich die an der Fruchtbildung beteiligten Organe keine vollkommen voneinander unabhängigen Gebilde, sondern verschiedene Ausformungen eines gemeinsamen pflanzlichen Grundorgans. Dies wurde zum Kern seines 1790 veröffentlichten Buches die Metamorphose der Pflanzen. Während Goethe über die Form der Pflanzenorgane nachdachte, betrachtete sein Zeitgenosse Christian Konrad Sprengel die Blüte aus einer anderen Perspektive. Er untersuchte, welche Funktion einzelne Merkmale der Blüte für die Befruchtung durch Insekten haben. 1793 – also nur wenige Jahre nach Goethes Italienreise – veröffentlichte Sprengel seine Beobachtungen in Das entdeckte Geheimniss der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Dank dieser beiden Männer und vielen anderen Naturliebhabern verstehen wir heute, wie Honig entsteht.
Mein eigenes Zitronen-Peeling-Rezept mit Rosmarin
Das nehme ich für 1 Anwendung
Ein kleines Glas ~ 2 EL Siede-Salz ~ 2 EL getrocknete Rosmarin-Nadeln (Salvia rosmarinus) ~ Zesten einer Bio-Zitrone ~ 1 TL Bio-Honig ~ und ein kleines Lächeln, denn: Lächle – und die Welt lächelt zurück!
So entsteht meine Anwendung
[1] Gib 2 EL grobes Siede-Salz und 2 EL getrocknete Rosmarin-Nadeln in ein Glas. [2] Die Bio-Zitrone heiß abwaschen und von der Schale feine Zesten abziehen – nur den gelben Teil, ohne die weiße Unterhaut. [3] Zusammen mit 1 TL Bio-Honig zu dem Rosmarin-Salz in das Glas geben und vorsichtig vermischen. Hier entsteht die Grundlage der Mischung: Durch das Vermengen werden pflanzliche Strukturen geöffnet. Beim Vermengen verteilen sich Rosmarin, Zitronen-Zesten und ihre Duftstoffe zwischen den Salz-Kristallen. Der Honig bringt Feuchtigkeit in die Mischung und verbindet die trockenen Bestandteile zu einer leicht feuchten, zusammenhängenden Struktur. [4] Das Glas verschließen und die Mischung einen Tag ruhen lassen, damit sich Duft und Feuchtigkeit in der Mischung verteilen können. [5] Für die Anwendung die Haut leicht anfeuchten, eine kleine Menge entnehmen und sanft einreiben. Etwa drei Minuten einwirken lassen, anschließend abduschen und … genieße den Moment!
Mein Tipp
Da das Peeling mit Honig zubereitet wird, solltest Du es nicht auf Vorrat herstellen, sondern möglichst frisch verwenden. ~ Für ein Duft-Bad kannst Du etwa 50 ml der Mischung in ein Kräutersäckchen geben und in das Badewasser hängen.
Rosmarin für dieses Rezept
Für dieses Peeling eignen sich besonders schonend getrocknete Rosmarin-Nadeln. Sie bewahren ihren charakteristischen Duft über längere Zeit und lassen sich das ganze Jahr über zuverlässig dosieren.
Hinweis: Qualität und Verträglichkeit der Zutaten beeinflussen das Ergebnis – wähle sie bewusst entsprechend Deiner persönlichen Verträglichkeit aus. Nur auf unverletzter Haut anwenden. Probiere neue Anwendungen zunächst behutsam aus und achte darauf, wie Deine Haut darauf reagiert. Wegen der frischen Zitronenzesten die Mischung im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen.
Wie Kräuter wirken
Warum der Rosmarin-Blütenhonig etwas Besonderes ist?
Rosmarin hat neben seinen aromatischen Nadeln, die uns als Gewürz dienen, wunderschöne Blüten – und genau damit beginnt der Weg zu unserem Rosmarin-Honig.
Die Blütezeit des Rosmarins: In seiner mediterranen Heimat kann Rosmarin über viele Monate hinweg Blüten tragen. Wild wachsender Rosmarin blüht häufig im Herbst und erneut zu Beginn des Frühjahrs. Bei günstigen Bedingungen zeigt er seine Pracht sogar im Winter. Er blüht damit zu einer Jahreszeit, in der das restliche Nahrungsangebot für Insekten vergleichsweise klein ist.
Das Besondere an der Rosmarin-Blüte: Rosmarin gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Seine verwachsenen Kronblätter bilden eine charakteristische Ober- und Unterlippe. Ein botanisches Detail fällt hier besonders auf: Während Lippenblütler ursprünglich vier Staubblätter besitzen, sind beim Rosmarin zwei davon stark zurückgebildet. Die verbliebenen zwei Staubblätter tragen den Pollen, der für die Bestäubung benötigt wird.
Wenn die Blüte ihr Geschlecht wechselt: Eine Rosmarin-Blüte ist zwittrig und besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blütenorgane – allerdings sind diese nicht gleichzeitig aktiv. Die Blüte durchläuft zunächst eine männliche Phase, in der der Pollen bereitsteht. Erst danach folgt die weibliche Phase, in der die Narbe bereit ist, Pollen aufzunehmen. Diese zeitliche Trennung erschwert die Selbstbestäubung.
Ein Landeplatz für die Bienen: Die breite Unterlippe der Blüte dient Insekten als idealer Landeplatz. Eine Biene besucht die Blüte allerdings nicht, um den Rosmarin zu bestäuben, sondern um Nahrung zu sammeln. Auf ihrem Weg zum tiefsitzenden Nektar kommt sie zwangsläufig mit den Blütenorganen in Berührung. Der Pollen bleibt dabei an ihrem Körper haften und wird beim Besuch der nächsten Blüte auf deren Narbe übertragen – der Rosmarin ist befruchtet. Neben Honigbienen nutzen auch Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge den Nektar der Rosmarin-Blüten.
Von der Blüte zum Honig für dein Peeling: Wo große Rosmarin-Bestände blühen, sammeln Honigbienen den kostbaren Nektar. Im Bienenstock verarbeiten sie ihn weiter, wodurch der Wassergehalt nach und nach sinkt. Frischer Rosmarin-Honig ist fast transparent bis blassgelb. Beim Kristallisieren wird er meist cremeweiß und erhält seine wunderbar feine Konsistenz.
Dank seiner Eigenschaften eignet sich der Honig nicht nur für ein Peeling, sondern ist auch eine echte Liebhaberdelikatesse, die ich gerne in meinen Rezepten verwende.
Du möchtest mehr über Rosmarin erfahren? ~ Gerne kannst Du mich anschreiben, dann kann ich Dir sagen, wo und wann ich wieder einen Workshop gebe.
Denke daran: Ich entwickle und erprobe meine Anwendungen mit viel Liebe und Sorgfalt, damit Du sie selbst ausprobieren kannst. Trotzdem kann ich keine Garantie dafür übernehmen, dass sie bei Dir zum gleichen Ergebnis führen. Bitte gehe achtsam mit Dir selbst und den verwendeten Materialien um. Verwende außerdem nur Pflanzen und Materialien, die Du sicher bestimmen und einschätzen kannst. Probiere Neues zunächst vorsichtig aus, denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf natürliche Inhaltsstoffe. Die Inhalte dienen der Inspiration und ersetzen keine fachliche Beratung. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung. Weitere Informationen findest Du auf meiner Homepage bei den Rezepten im Haftungsausschluss.