ROSMARIN ~ Sellerie-Wallnuss-Würfel auf Kabeljau

ROSMARIN ~ Sellerie-Wallnuss-Würfel auf Kabeljau - Kontor-der-Lydia

Kulinarik
Kennst Du das? Wenn Rosmarin auf Zitrone trifft, entsteht ein Aroma, dass mich sofort an Italien denken lässt und das besonders gut zu hellem Fisch passt. Zusammen mit der Sellerieknolle entsteht ein einfaches und zugleich raffiniertes Rezept, das sich schnell zubereiten lässt und durch die Kombination seiner Zutaten geschmacklich überrascht.

Das Geheimnis der Sellerieknolle
Der Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist aus Wildformen hervorgegangen, die bevorzugt in nährstoffreichen, feuchten und leicht salzhaltigen Standorten wachsen. Heute ist er bei uns in der Natur fast ausgestorben. Ursprünglich stammt die Wildpflanze aus dem Mittelmeerraum, was sich auch im Namen widerspiegelt: „Sellerie“ geht auf das altgriechische selinon zurück, der sizilianischen Stadt „Selinunt“, an deren sumpfigen Fluss Selius wilder Sellerie wuchs. Heute als Suppengemüse bekannt, wurde er von den Alten Ägypten bis zur Renaissance als Heilpflanze genutzt.

Die Vielfalt von Sellerie
Wenn du Selleriewürfel noch nicht kennst, lohnt es sich, sie einmal auszuprobieren. Sie passen hervorragend zu hellem Fisch und bringen eine eigene, leicht erdige Nuance in das Gericht. Sellerieknollen enthalten von Natur aus verschiedene Mineralstoffe wie Kalium sowie weitere pflanzliche Inhaltsstoffe, die sie zu einer vielseitigen Zutat in der Küche machen: als Pommes frites, cremige Knollensellerie-Suppe oder vegane Schnitzel …

Rosmarin gibt dem Fisch eine klare aromatische Richtung und verbindet sich mit Zitrone zu einer frischen, würzigen Einheit. In Kombination mit dem gerösteten Sellerie entsteht ein ausgewogenes Gericht, das durch wenige Zutaten und eine klare Zubereitung überzeugt.

Mein eigenes Fisch-Rezept mit Rosmarin

Das nehme ich für 1 Portion
Für den Fisch:  1 Stück Kabeljau (oder anderer Weißfisch), frisch oder aufgetaut  ~  2 EL Paniermehl  ~  1 EL Parmesan  ~  1 TL Rosmarin  ~  1 TL Zitronenzesten  ~  1 Knoblauchzehe  ~  1 EL Olivenöl
Für die Selleriewürfel:  1 dicke Scheibe Sellerie  ~  einige Wallnusskerne  ~  1 Knoblauchzehe  ~  etwas Rosmarin  ~  etwas Fett  ~  und ein kleines Lächeln  ~  denn: 
 Lächle – und die Welt lächelt zurück!

So entsteht mein Gericht
[1]  Sellerie schälen, waschen, in Würfel schneiden und etwa 10 min bissfest garen.  [2]  Backofen auf 180° vorheizen. Fisch gut abtrocknen (wichtig, damit die Kruste hält), salzen und pfeffern, auf ein mit Backpapier ausgelegte Backblech legen.  [3]  Paniermehl mit Rosmarin, Parmesan, Zitronenzesten und Olivenöl mischen.  Hier entsteht die Grundlage des Aromas: Die Kombination aus Rosmarin, Zitrone und Parmesan verbindet sich mit dem Fett und legt sich als würzige Schicht auf den Fisch.  [4]  Die Mischung gleichmäßig auf dem Fisch verteilen und leicht andrücken, ca. 12 – 15 min backen, bis die Kruste goldbraun ist.  [5]  In einer Pfanne ein paar gleich große Wallnusskerne unter regelmäßigem Wenden 2–5 min rösten, bis sie leicht gebräunt sind und duften. Zur Seite legen.  [6]  Etwas Fett in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen und den Sellerie darin kurz anbraten.  [7]  Knoblauchzehe abziehen und klein schneiden, zusammen mit dem Rosmarin in die Pfanne geben, salzen, pfeffern und kurz mitrösten, sodass sich die Aromen verbinden, bis die Selleriewürfel goldgelb sind.  [8]  Wallnüsse unterheben, mit dem Fisch anrichten und … Guten Appetit!

Das reiche ich dazu
Perfekt dazu passt ein Feldsalat mit Birnen und Wallnüssen in Rosmarin-Dressing und ein Giabatta-Brot.

Wie Kräuter wirken
Fett als Geschmacksträger
Olivenöl (und auch das Fett im Parmesan) wirkt wie ein Aroma-Verstärker. Viele Aromastoffe aus Rosmarin sind fettlöslich, ohne Fett wäre Rosmarin deutlich schwächer wahrnehmbar. Zitronenzesten enthalten ätherische Öle, die verhindern, dass das Gericht zu „schwer“ oder fettig wirkt. Parmesan ist reich an Umami (herzhafter Geschmack) und verbindet die anderen Aromen zu einem vollen Gesamtgeschmack. Rosmarin ist intensiv, würzig, leicht harzig und gibt dem Gericht Charakter.
Die Kombination aus Rosmarin, Zitrone und Parmesan wirkt deshalb so besonders, weil sich intensive Kräuteraromen, frische Zitrusnoten und herzhafte Würze über das Fett miteinander verbinden und so ein ausgewogenes, vielschichtiges Geschmackserlebnis entsteht.

Dazu eine Weiß-Wein-Empfehlung von:
Cabernet & Co. / Dortmund ~ www.cabernet-und-co.de
Der Riesling CAI zeigt seine Stärke besonders in Verbindung mit Rosmarin und hellem Fisch. Die frische, präzise Art des Rieslings nimmt die Kräuterwürze auf, ohne sie zu überdecken, und bringt gleichzeitig Klarheit in das Gesamtbild. Dadurch wirkt das Zusammenspiel leicht, strukturiert und ausgewogen.

Der Bio-Weißwein CAI Riesling trocken, Jahrgang 2023
vom Weingut Immich-Batterieberg / Enkirch
Trauben aus steilen Lagen rund um Enkirch, von Hand gelesen und ausschließlich manuell verarbeitet. Ein Riesling, der das spektakuläre Terroir wunderbar abbildet. Eine Bewertung vom Falstaff Weinguide Deutschland, dessen Auszeichnung mit 91 Punkten gut zu seinem klaren Stil passt. Ein Etikett, dass an die lange Tradition erinnert: CAI = Carl August Immich ist auch im Namen des Weinguts zu finden. Mit den abgekürzten Initialen erinnert Kellermeister Gernot Kollmann an die frühen Jahre des Guts und dessen lange Tradition. 

Das Weingut Immich-Batterieberg in Enkirch zählt zu den ältesten Weingütern an der Mosel. Der noch heute erhaltene mittlere Teil der Anlage wird bereits im Jahr 908 n. Chr. in einer Urkunde des letzten ostfränkischen Karolingerkönigs Ludwig IV. erwähnt, in der die Übergabe des Gutes an die Kirche bestätigt wurde. Im Jahr 1841 schuf Carl August Immich die Weinberglage Batterieberg. Mit großem Aufwand ließ er den steilen Hang durch zahlreiche Sprengungen erschließen und formte so nach und nach einen Weinberg mit optimaler Neigung und Ausrichtung zur Sonne. Der Name „Batterieberg“ erinnert bis heute an diese außergewöhnliche Entstehung.

Was mich an diesem Wein besonders anspricht, ist ein Bio-Riesling, der weniger auf vordergründige Frucht setzt, sondern durch Struktur, Mineralität und eine ruhige Aromatik überzeugt. Gerade in Kombination mit Gerichten, die mit klaren Aromen arbeiten – etwa Rosmarin, Zitrone und hellem Fisch – zeigt der Wein seine Stärke. Er begleitet das Gericht, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und lässt Raum für die einzelnen Komponenten. So entsteht eine Verbindung, bei der Wein und Speise sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam wirken.

Denke daran: Ich erstelle und teste meine Rezepte mit viel Liebe und Sorgfalt, damit du sie nachkochen kannst. Aber ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass sie dir genauso gelingen, Jede Küche ist anders, deshalb sind alle Angaben nur Richtwerte, du kochst auf eigene Verantwortung. Bitte achte selbst auf Allergien, Unverträglichkeiten und einen hygienischen Umgang mit Lebensmitteln (vor allem bei Fleisch, Fisch & Eiern). Und: Dies ist keine Ernährungs- oder Gesundheitsberatung. Weitere Informationen findest Du auf meiner Homepage www.kontor-der-lydia.de bei den Rezepten im Haftungsausschluss.