Diese Rosmarin-Scones holen Dir das gemütliche Gefühl eines englischen Nachmittags direkt nach Hause. Die süßen „Kuchenbrötchen“ haben eine ganz besondere Konsistenz und schmecken mit Thymian-Honig-Butter besonders gut. So kannst Du Dich selbst verwöhnen oder Deine eigene Tea-Time mit Freunden genießen – vielleicht bei einem langen Spielenachmittag?
Kulinarik
Königliche Tea-Time ~ Die geheime Scone-Tradition des Hofes
Beliebt wurden Scones um 1840 durch Herzogin Anna von Bedford – eine Hofdame von Königin Viktoria. Sie wünschte sich nachmittags eine leichte Zwischenmahlzeit und war von den Scones begeistert. Heute sind sie der absolute Klassiker der britischen „Afternoon Tea“-Tradition. Sobald Scones im viktorianischen England beliebter wurden, begann eine kulinarische Debatte, die in Großbritannien bis heute mit erstaunlichem Ernst und viel englischem Humor geführt wird: Wie wird ein Scone beim Cream Tea richtig bestrichen? Mit der
~ Cornwall-Methode: Erst die Konfitüre und dann die Clotted Cream (ein dicker, streichzarter Rahm) als Haube darauf?
~ Devon-Methode: Erst die Clotted Cream quasi als Butterersatz direkt auf den warmen Scone und darauf die Konfitüre?
Mein Highlight: Selbst vor den Toren des Königshauses machte diese Debatte nicht halt. Darren McGrady, der als langjähriger Chefkoch viele Jahre für die Royal Family und Königin Elizabeth II. kochte, lüftete das royale Geheimnis und erzählte, dass die Queen ihre Scones nach der Cornwall-Methode mit der Konfitüre zuerst genoss.
Das Geheimnis der Scones
Die süßen „Kuchenbrötchen“ haben eine ganz besondere Konsistenz: Das Geheimnis liegt in der kalten Butter! Der Teig sollte nur kurz zusammengerührt und nicht geknetet werden, damit die kleinen Butterflocken nicht zu weich werden, sondern erst beim Backen schmelzen – so entsteht die typisch mürbe, lockere Struktur der Scones. Ich bereite die Scones gerne vor, kurz bevor mein Besuch kommt. So kann ich sie aus dem Kühlschrank nehmen und frisch backen – denn warm schmecken sie am besten. Da Scones leicht krümeln, werden sie zum Belegen einfach quer durchgeschnitten. Perfekt sind sie zusammen mit der Thymian-Honig-Butter als kleine Nascherei, vielleicht bei einem gemütlichen Spielenachmittag mit Deinen Freundinnen?
Mein eigenes Gebäck-Rezept mit Rosmarin
Rosmarin-Scones
Das nehme ich für 1 Portion
225 g Mehl ~ 1 Prise Fleur-de-Sel ~ 25 g Zucker ~ 1 EL getrocknete Rosmarin-Blätter ~ 1 geschlagenes Ei ~ etwas Milch ~ 1 EL Rum ~ 50 g kalte Butter ~ 1 Ei zum Bestreichen ~ und ein kleines Lächeln, denn: Lächle – und die Welt lächelt zurück!
So entsteht mein Gericht
[1] Mehl, Fleur-de-Sel, Zucker und Rosmarin mischen. Das Ei und den Rum dazugeben und nur so viel Milch ergänzen, dass sich die Zutaten verbinden. [2] Kalte Butterflocken untermengen, bis der Teig krümelig wird. Hier entsteht die typische Konsistenz der Scones – kleine Stückchen der kalten Butter bleiben im Teig erhalten und schmelzen erst beim Backen. So entsteht die lockere, leicht krümelige Struktur. [3] Teig 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. [4] Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche vorsichtig etwa 5 cm hoch ausrollen, dabei nicht zu fest drücken. [5] Mit einem Glas (ca. 5 cm Durchmesser) die Scones ausstechen. [6] Die Scones auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Das Ei verquirlen und die Oberseiten damit bestreichen. [7] Scones etwa 20 Minuten bei 180°C (Umluft) backen. [8] Auf ein Kuchengitter legen, etwas abkühlen lassen, noch warm servieren und … Guten Appetit!
Das reiche ich dazu
Warm serviert schmecken Scones wunderbar mit Thymian-Honig-Butter. Am besten bereitest Du die Butter zuerst vor. Dazu ein halbes Päckchen Butter mit einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel getrocknetem Thymian verrühren. Die Butter bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.
Rosmarin für dieses Rezept
Für dieses Gebäck eignet sich getrockneter Rosmarin besonders gut. Er lässt sich fein zerkleinern und gleichmäßig im Teig verteilen.
Hinweis: Qualität und Verträglichkeit der Zutaten beeinflussen das Ergebnis – wähle sie bewusst entsprechend Deiner persönlichen Verträglichkeit aus. Das Rezept enthölt Gluten, Milch und Ei.
Was geschieht mit dem Rosmarin-Aroma beim Backen?
Schon bevor die Scones in den Ofen kommen, kannst Du den Rosmarin im Teig riechen. Während des Backens zieht sein Duft dann durch die ganze Küche. Und das Beste: Auch die fertigen Scones schmecken und duften wunderbar nach Rosmarin. Aber was passiert da genau im Ofen?
Die Quelle des Dufts: In den Rosmarin-Blättern befinden sich winzige Aromadrüsen, in denen ätherisches Öl gespeichert ist. Dieses Öl ist ein Gemisch aus zahlreichen flüchtigen Verbindungen wie Cineol, α-Pinen, Kampfer und Borneol. Ihre Anteile können sich je nach Herkunft und Zusammensetzung des Rosmarins deutlich unterscheiden. Wenn Du getrockneten Rosmarin zerkleinerst und unter den Teig mischst, öffnen sich diese Aromalager und die Aromastoffe kommen in direkten Kontakt mit den übrigen Zutaten.
Rosmarin-Aroma unter Hitze: Im Ofen erwärmt sich der Teig und die Wärme sorgt dafür, dass die flüchtigen Stoffe in die Gasphase übergehen. Ein Teil entweicht in die Ofenluft – deshalb duftet es so herrlich. Da sich die einzelnen Stoffe bei Hitze jedoch unterschiedlich verhalten und unterschiedlich schnell verflüchtigen, wird das Rosmarin-Aroma beim Backen nicht einfach nur schwächer, sondern seine Zusammensetzung verändert sich.
Das Fett als Geschmackstresor: Viele flüchtige Bestandteile des Rosmarin-Aromas sind lipophil; das bedeutet, dass sie sich eher in einer fetthaltigen als in einer wässrigen Umgebung verteilen. Da Scones reich an Butter sind, bindet das Fett im Teig einen Teil der Aromen und bewahrt sie vor dem Verfliegen. Wie ausgeprägt diese Eigenschaft ist, unterscheidet sich jedoch, α-Pinen ist beispielsweise deutlich lipophiler als Borneol.
Wenn Du einen noch warmen Scone aufbrichst, nimmst Du deshalb ein ganz anderes, vielschichtigeres Rosmarin-Aroma wahr als beim bloßen Öffnen des Glases mit den getrockneten Blättern. Der Backvorgang hat den Rosmarin also nicht nur erhitzt – er hat ihn regelrecht veredelt. Erst dieses Zusammenspiel aus Wärme und den Zutaten des Teiges bestimmt, welches facettenreiche Aroma Dich beim ersten Bissen erwartet.
Du möchtest mehr über Rosmarin erfahren? - Gerne kannst Du mich anschreiben, dann kann ich Dir sagen, wo und wann ich wieder einen Workshop gebe.