Thymian - Porträt
Botanisches & Wissenswertes
Dioscurides beschrieb das Kraut sehr anschaulich: „Den Garten-Thymian kennt alle Welt. Es ist ein kleiner, fast dürrer Busch mit kleinen schmalen Blättern, der an den Spitzen purpurrötliche Blütenköpfe trägt. Die Pflanze wächst vorzugsweis in felsigen oder sonst mageren Böden. Sie bekommt als Arznei den Kranken und als Gewürz den Gesunden gut.“
Kaiser Karl der Große ordnete um 800 in seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis“ an, Thymian und andere Kräuter in den königlichen Gärten anzubauen. Sie sollten nach klösterlichem Vorbild die medizinische Grundversorgung und Ernährung sichern. Aber erst im 11. Jahrhundert brachten Benediktiner-Mönche den Thymian in größeren Mengen über die Alpen, und schon kurze Zeit später gedieh er in den mittelalterlichen Klostergärten. Hildegard von Bingen und Albertus Magnus waren die Ersten, die ihn erwähnten.
Thymian hat etwa 300 Arten und wächst von Nordafrika bis Skandinavien. Vorausgesetzt, er hat warme Steine, mageren, sandig-durchlässigen Boden - eher trocken als feucht - und ein sonniges Plätzchen, dann bildet er sein volles Aroma aus. Mit bodendeckenden Varianten kann man Wege anlegen, dann wird der Duft freigesetzt, wenn man darüber geht.
Im Laufe seiner Entwicklung hat sich der Thymian besonders an eine Lebenssituation anpasset: Er musste sich gegen die Konkurrenz anderer wild wuchernder Kräuter auf oft kargen Böden durchsetzen, um Insekten zur Bestäubung anzulocken und Schädlinge abzuwehren. Die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol , mit denen sich der Thymian schützt, schenken uns einen unvorstellbaren Reichtum an Aromen, Geschmacksstoffen und therapeutisch nutzbaren Inhaltsstoffen.
Ursprung & Tradition
Schon in sumerischen Keilschriften aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. finden wir erste schriftliche Hinweise auf den Anbau und die Nutzung des Thymians. In Ägypten war er besonders für seine entzündungshemmenden, antibakteriellen und konservierenden Eigenschaften bekannt. Daher wurde er als Räucherwerk in Tempeln und bei der Mumifizierung eingesetzt. Der römische Geschichtsschreiber Plinius Major (70 n.Chr.) berichtete, dass „serpyllum“ (Wilder Thymian) im Theriak enthalten war; einem Heiltrank, den König Antiochos der Große von Syrien (um 200 v. Chr.) regelmäßig getrunken haben soll.
Thymian wird bis heute bei Atemwegserkrankungen eingesetzt, ist ein bewährtes Hausmittel gegen Husten und wird als durchblutungsförderndes, antibakterielles und desodorierendes Gurgelmittel bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums verwendet. Sicher kennst Du den Spruch: „Die nächste Grippe kommt bestimmt – doch nicht zu dem, der Thymian nimmt!“ - Mit einer Thymian-Teekur im Herbst kannst Du Dich vor der nächsten Erkältungswelle schützen. Aber Thymian ist auch bekannt bei Hautkrankheiten, Entzündungen, Schmerzen und nervösen Erschöpfungszuständen sowie für seine harntreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften, da seine Gerbstoffe wirksam gegen Darmbakterien helfen können.
In der Antike wurde der Thymian der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Im Christentum entstand die Legende, dass die Jungfrau Maria die Krippe ihres Kindes mit Thymian ausgepolstert haben soll, weshalb er heute noch „Marienbettstroh“ genannt.
Rezeptideen für die Küche
Thymian und Rosmarin sind die beliebtesten Kräuter, wenn es darum geht, mit seiner täglichen Ernährung gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun. Die im Thymian enthaltenen Inhaltsstoffe regen die Verdauungssäfte im Magen-Darm-Trakt an und helfen so bei fetten Speisen, die dadurch verdaulicher werden. Und dank der Vielseitigkeit des Thymians hat man viele Gelegenheiten – und keine Ausreden mehr!
Verwende Thymian als Gewürz, als Thymian-Öl, -Essig oder Sirup. Perfekt auch als Thymian-Salz in Kombination mit Fleur-de-Sel. Bis heute ist er ein wichtiger Bestandteil in landestypischen Gerichten: In Ägypten ist er beispielsweise im „Dukkah“ enthalten, einer pikant-aromatischen Mischung und in Jordanien im „Zahtar“, einem salzig-würzigen Gebäck aus Hefeteig. In der europäischen Küche wird er für Fisch- oder Lammgerichte, Pilzpfannen, Salate und Pizza verwendet, bei Suppen, Eintöpfen und Saucen und nicht nur bei mediterranen Gemüsegerichten. Thymian kann Käse, Getränke und selbst Obst in kulinarische Besonderheiten verwandeln. Und natürlich ist er Bestandteil der Mischung „Kräuter der Provence“!
Inspirationen aus der Welt der Kräuter
Schon die antiken Griechen schätzen Thymian als Bienenpflanze und weihten ihn Demeter, der Göttin der Fruchtbarkeit, des Ackerbaus, der Ernte und der Jahreszeiten. Demeter wird oft als „Bienenmutter“ dargestellt, die ihr Dienenden wurden Bienen-Priesterinnen genannt. Und fleißig wie eine Biene“ beschreibt bis heute Personen, die produktiv und fleißig sind.
Thymian-Honig ist der Klassiker der Husten-Honige. 1543 schrieb der deutsche Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs in seinem Kräuterbuch: „Thymian mit Honig gekocht und getrunken ist förderlich und nützlich denjenigen, die das Keuchen und das schwere Atmen haben“. Mit Honig und Thymian kannst Du Dir selbst einen Vorrat herstellen.
Thymus (die Gattungsbezeichnung) stammt entweder von dem griechischen Wort „thyein = räuchern“ (schon im antiken Griechenland wurde er bei Räucherzeremonien eingesetzt) oder von dem griechischen Wort thymos ab, was „Mut“ bedeutet. Daher war Thymian auch die Pflanze der Krieger. Die Griechen wuschen die Wunden der Krieger mit Kräutersäften aus und nutzten in Thymian getränkte Bandagen mit ihrer desinfizierenden Lösung zum Verbinden. Römische Krieger badeten in Thymian, bevor sie in die Schlacht zogen. Ich vermute mal, um die Haut schon auf Verletzungen vorzubereiten. Thymian sollte aber auch Mut und Kraft verleihen. Im Mittelalter stickten die Burgfräulein Thymian auf eine Schärpe, welche sie den Rittern für das Turnier schenkten.
Lass dich inspirieren
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